Im Oktober kehrt die Frage zuverlässig zurück: 40 oder 60 DEN? Reichen 80 DEN für Januar? Und wofür genau braucht man eigentlich 200 DEN? Wer im Herbst vor der Strumpfschublade steht, kennt das Rätselraten. Dieser Ratgeber beantwortet es ein für alle Mal – mit einer klaren Tabelle für jede Temperatur und dem einen Detail, das fast alle übersehen.
Was DEN eigentlich bedeutet
DEN steht für Denier, eine Einheit aus der Textilindustrie: Sie misst die Masse des verwendeten Garns pro Längeneinheit. Je höher die Zahl, desto dicker das Garn, desto dichter das Gewebe – und desto blickdichter und wärmer die Strumpfhose. Eine 10-DEN-Strumpfhose ist fast unsichtbar auf der Haut, eine 200-DEN-Thermostrumpfhose ist faktisch eine Leggings mit Fuß.
Ein wichtiger Hinweis vorweg: DEN ist keine direkte Wärmemessung. Zwei Strumpfhosen mit identischen 80 DEN können sich spürbar unterscheiden – je nach Material und Konstruktion. Als grobe Orientierung funktioniert die Faustregel aber hervorragend, und genau die liefert die folgende Tabelle.
Die DEN-Tabelle: Was trägt man bei welcher Temperatur?
Über 20 °C – Frühling und Sommer:
7–15 DEN. Ultraleichte Feinstrumpfhosen, kaum sichtbar, mehr Optik als Wärme. Ideal für formelle Anlässe, bei denen Strümpfe erwartet werden.
15–20 °C – lauer Herbstbeginn:
20–30 DEN. Der Büro-Standard. Man sieht sie, sie wärmen ein wenig – und halten länger als die ganz feinen Modelle. Welche Marken hier besonders langlebig sind, steht im Test der besten Feinstrumpfhosen fürs Büro.
10–15 °C – echter Herbst:
40–60 DEN. Jetzt wird es blickdicht. Diese Modelle wärmen spürbar, sind aber noch kein Wintermodell. Für Bürotage, Spaziergänge und kurze Außenaufenthalte gut geeignet.
5–10 °C – Wintereinbruch:
70–100 DEN. Hier beginnt der echte Winterbereich: undurchsichtig, warm, oft aus Mikrofaser oder Wollmischungen. Für längere Aufenthalte im Freien empfehlenswert.
0–5 °C – richtiger Winter:
100–140 DEN. Deutlich wärmend, kaum von einer Leggings zu unterscheiden. Für Ausflüge, Wochenmärkte und alles, wo man viel draußen ist.
Unter 0 °C – Frost:
140–200+ DEN. Die Thermovarianten. Wenn es wirklich kalt ist und trotzdem Rock oder Kleid getragen werden soll, sind sie die einzig sinnvolle Option. Viele Modelle haben einen Flausch- oder Wollanteil für maximale Wärme.
Warum das Material oft wichtiger ist als die DEN-Zahl
Hier liegt der Fehler, den fast alle machen: im Winter nur auf die DEN-Zahl schauen und das Material ignorieren. Eine 80-DEN-Strumpfhose aus reiner Mikrofaser ist warm – aber eine 60-DEN-Strumpfhose mit Wollanteil kann wärmer sein. Wolle hält die Körperwärme schlicht besser als Synthetik. Es lohnt sich also, vor dem Kauf einen Blick auf die Materialzusammensetzung zu werfen, statt nur die große Zahl auf der Verpackung zu vergleichen.
Wollstrumpfhosen: eine Kategorie für sich
Wollstrumpfhosen haben oft weniger DEN als reine Thermomodelle, wärmen aber teils besser – eben weil Wolle Körperwärme besser speichert. Der Preis dafür: Sie tragen sich etwas dicker, sind weniger glatt und brauchen besonders schonende Pflege. Für wirklich kalte Tage sind Mischungen aus Merinowolle und Polyamid eine exzellente Wahl: warm, hautfreundlich und deutlich robuster als reine Wolle.
Praktische Tipps für den Winter-Alltag
Zwei Dinge machen im Winter den Unterschied. Erstens: das Schichtprinzip. Eine feine Strumpfhose unter einer Wollstrumpfhose oder eine dünne Thermoleggings darüber bringt bei langen Outdoor-Aktivitäten spürbar mehr Wärme als ein einzelnes dickes Modell. Zweitens: die Pflege. Gerade Woll- und Thermostrumpfhosen reagieren empfindlich auf heißes Wasser und Trockner – wie du sie richtig wäschst, steht im Pflege-Guide.
Und wenn du gleich zu konkreten Modellen für den Winter willst: Im Strumpfhosen-Vergleich 2025 stehen die besten Modelle quer durch alle DEN-Bereiche. Welche Marke generell hält, was sie verspricht, klärt der Vergleich Wolford, Falke oder Nur Die.
Häufige Fragen zur DEN-Zahl
Wie viel DEN brauche ich für den Winter?
Für 5–10 °C reichen 70–100 DEN, für 0–5 °C sind 100–140 DEN sinnvoll, und bei Frost unter 0 °C greifst du zu 140–200+ DEN, idealerweise mit Woll- oder Flauschanteil.
Sind 80 DEN warm genug für Minusgrade?
Nur bedingt. 80 DEN sind ein guter Wintereinbruchs-Wert, für echten Frost aber zu dünn. Eine 80-DEN-Strumpfhose mit Wollanteil kann jedoch wärmer sein als eine reine 100-DEN-Mikrofaser – das Material entscheidet mit.
Was ist der Unterschied zwischen 100 und 200 DEN?
100 DEN sind blickdicht und winterwarm, lassen sich aber noch wie eine Strumpfhose tragen. 200 DEN sind faktisch eine warme Leggings: maximale Wärme für Frosttage, dafür deutlich dicker und weniger fein im Look.
Wärmt Wolle oder Mikrofaser besser?
Bei gleicher DEN-Zahl wärmt Wolle in der Regel besser, weil sie Körperwärme stärker speichert. Mikrofaser ist dafür glatter, pflegeleichter und oft günstiger. Für die kältesten Tage sind Merino-Mischungen die beste Kombination aus Wärme und Tragekomfort.
Du willst das ganze Thema von Grund auf verstehen – Arten, DEN, Marken und Pflege an einem Ort? Dann ist unser großer Strumpfhosen-Guide der richtige nächste Schritt. Fürs Erste gilt: Schau nicht nur auf die Zahl, schau aufs Material – dann frierst du auch im Januar nicht.




